Der Heilige Geist befähigt uns, das Wort Gottes zu hören und zu tun

October 19, 2026
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"MARIA
Wer bin ich ... für dich?

In alten Zeiten und Kulturen unter verschiedenen Namen haben sie mich verehrt als ihre Göttin, als ihre Himmelskönigin, ihre Mondgöttin, umkränzt mit Sternen, zu ihren Füßen die Schlange. Meine alten Heiligtümer wurden von heiligen Männern zerstört und von anderen wieder aufgbaut. Bereits von den weiblichen Göttinnen Syriens und Kanaans heißt es, sie seien die großen Göttinnen, die nicht empfangen, aber gebären.

              Ihr Name: Mariam, hebräisch; Mirjam, aramäisch; Maria, lateinisch.

Sie kennt das Leben. Aus ihrer Heimat musste sie fliehen, wurde vom eigenen Sohn zurückgewiesen, verlor ihren Mann und schließlich sogar ihren Sohn. Sie kennt den Geschmack des Leidens und den zerreißenden Schmerz des Todes.
Jahrhundertelang wurde sie für ein christliches Frauenbild missbraucht: keusch und rein, mütterlich, demütig und aufopfernd, gehorsam und unterwürfig. Warum nicht Frau, Ehefreu und Mutter, selbstbewusst und selbstständig?
Für viele steht sie in einer von Männern dominierten Kirche mit männlichen Gottesvorstellungen für den mütterlichen Trost und Beistand. (….)

             Mit Maria beginnt die ganzheitliche Heilsgeschichte im Neuen Testament.

Im Stammbaum findet sie neben vier anderen Frauen ihren Platz. Gott bindet sich in seiner Menschwerdung an eine Frau. Wenn Jesus Gottes Sohn also wahrer Gott ist, dann ist die Frau, die ihn geboren hat, die „Gottesgebärerin, Mutter Gottes“. In Verbindung mit der Ruah, der Heiligen Geistkraft, kann sie als Gebärende als weibliche Gottheit wahrgenommen werden, empfangend und gebärend aus sich selbst heraus.
Sie gebar IHN, das sichtbare Göttliche, den Heiland der Liebe und des Lebens, der auch sterben muss, um wieder ins Leben gebracht werden zu können. Welch heiliger Akt!

             Kein männlicher Gott kann gebären.

In vier Dogmen wurde die zeitlich bedingte Sichtweise, die Sehnsucht nach dem verlorenen und zurückgedrängten Weiblichen festgeschrieben. Braucht es die unbefleckte Empfängnis, um Jesus einzureihen in die Reihe der Götter, die in früher Zeit ebenfalls jungfräulich geboren wurden? Maria, so wird von ihr gesprochen, die Immaculata, die Fleckenlose, die Reine, die unbefleckte Empfängnis. Wird hier von Theologen ein Reinheitsideal erstellt, dem keine Frau auch nur annähernd gerecht werden kann, wird so die Untauglichkeit der Frau für den Altardienst manifestiert?

             Maria, Mutter aller Lebenden (Sagt man das nicht auch von Eva?)“

Aus dem Buch: Oh Gott, diese Frauen! Von Maria Viktoria Heinrich

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"Wenn du das Leben bewahrst, Heilige,
wenn ohne dich überhaupt nichts leben kann,
wenn wir atmenden Wesen in dir verbunden sind
wie ein Pilzgeflecht im Waldboden,
sind wir dann immer schon Gesegnete vor dir?

Leben gabst du uns, Freiheit wohl auch,
und du entziehst dich unserem Wissen,
damit wir an dich glauben können.
Du drängst dich nicht auf, und du nützt uns zu nichts,
sodass wir dich wohl ein wenig zurücklieben können.

Aber wir sehen mit Entsetzen das Unrecht und seine Macht,
die Macht derer, die Gewalt ausüben und das Recht beugen, aushöhlen, brechen.
Dein Segen kann ja doch verschüttet werden,
magst du auch Höhen und Tiefen durchmessen,
du verhinderst nicht, dass Vertrauen zerbricht und verdorrt.

Dein Segen aber, dein Segen möge uns bleiben,
mehr als eine Erinnerung daran, dass du das Leben bewahrst,
mehr als eine Hoffnung darauf, dass hellere und heilere Zeiten kommen,
mehr als ein vorläufiger Trost: Dein lebendiger Segen komme uns machtvoll entgegen
und lenke unsere Schritte auf Wegen des Friedens."

Annette Jantzen